NETZWERKPARTNER

Emden ist erste Reformationsstadt Europas

Ostfriesisches Landesmuseum Emden
RATHAUS AM DELFT
Brückstraße 1 | 26725 Emden
Tel.: +49 (0)4921 - 87 20 58
Di. - So. sowie feiertags:
10:00 - 17:00 Uhr

UNSERE NÄCHSTEN VERANSTALTUNGEN

Freitags 16:00-17:30 Uhr
KIDS IN!
MITMACH-AKTIONEN FÜR KINDER AB 6 JAHREN

vorübergehende Schließung
Abteilung Ur- und Frühgeschichte/ Frühes Leben an der Küste
vorübergehende Schließung

28. Mai - 18:00 Uhr
Führung durch die Neue Galerie
Maler sehen Ostfriesland - Kunst in Ostfriesland im 20. und 21. Jahrhundert

VERSCHOLLENE SCHÄTZE IN OSTFRIESLAND

Vom Birnbaum-Schatz im Rheiderland

Schatzsucher unterwegs

Auf Schatzsuche in Ostfriesland mit Tim von Lindenau

Vom Birnbaum-Schatz im Rheiderland

Es trug sich zu, dass ungefähr um 1780, ein von Kriegsgebaren und Wasserfluten gepeinigter Mann morgens aus einem sonderbaren Traum erwachte. „Heut will ich nach Emden gehen,“ sagte er zu seiner Frau, mit der er unweit von Marienchor in einer kleinen Lehmhütte wohnte. „Ich hatte einen merkwürdigen Traum, in dem mir mein Glück sicher sei, wenn ich mich nach Emden auf die Rathausbrücke begebe.“ Träume sind Schäume, dachte die Frau. „Es ist eine ganze Tagesreise nach Emden. Aber wer weiß, vielleicht findest du ja Arbeit. So geh und mach dein Glück, wenn du es für richtig hältst.“
Es war ein bitterkalter Wintertag und ein langer beschwerlicher Weg, bis der Mann endlich auf der Rathausbrücke stand und nicht so recht wusste, worauf er dort wartete. So ging er auf und ab -Stunde um Stunde. Schon wollte ihn  der Mut verlassen, als ihn am späten Abend ein Ratsherr ansprach, ob er hier auf jemanden warte. „Ja und nein“, sagte der Mann und erzählte dem Herrn von seinem Traum. „Träume sind Schäume“, sagte der Ratsherr, „aber ich hatte einmal einen ähnlichen Traum. Ich sollte über die Ems ins Rheiderland gehen und dem Weg so und so folgen, dann käme ich an einen Kreuzweg, wo vor einer Lehmhütte unter einem Birnbaum ein Schatz vergraben sei. Aber Träume sind Schäume sagte ich mir und dachte nicht weiter daran.“ Der Mann, die Wegbeschreibung im Geiste verfolgend, staunte ungläubig und sprach, „Mag sein mein Herr. So will ich auch wieder heimkehren. Guten Abend.“
Mit eilenden Schritten, ja beinahe schon laufend machte sich der Mann auf den Heimweg. Schweißtriefend trat er Stunden später in die Tür. Die Frau hatte für seine Ankunft über dem Feuer Wurzeln gekocht und begrüßte ihn. „Setz dich und wärm dich auf.“ „Nein, keine Zeit!“ Antwortete er und verschwand sogleich im Garten. Warum die Eile - was hatte er vor? Er wohnte an eben jenem Kreuzweg und der Birnbaum im Garten aus dem Traum des Ratsherrn war der Seine! Schnell grub er die gefrorene Erde auf und unter dem erstaunten Blick seiner Frau, hob er aus der Erde einen Tontopf voller Geld.
Schon bald war ein neues Haus gebaut und dem Mann und seiner Frau mangelte es an nichts. Auf dem Schrank im Haus, da stand der gehobene Geldtopf, den eine geheimnisvolle Schrift zierte, die allerdings keiner zu lesen vermochte.
Es war Herbst geworden, als eine Kutsche an dem Kreuzweg Schaden erlitt. So kam es, dass ein Pfarrer Gast im Haus des Paares wurde, dessen Blick beim Wärmen seiner Füße am Feuer auf den Tontopf fiel. Der Pfarrer stutzte, denn er konnte die Schrift darauf entziffern: „Unter diesem Topf steht noch ein größerer Topf“. Der Mann und die Frau sahen sich staunend an. Aber sie ließen sich nichts anmerken. Als der Wagen wieder gerichtet und der Pfarrer fort war, hob der Mann mit seiner Frau einen weiteren noch größeren Schatz, mit dessen Hilfe sie in den folgenden französischen Zeiten viel Gutes tun konnten.
(Tim von Lindenau)