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Emden ist erste Reformationsstadt Europas

Ostfriesisches Landesmuseum Emden
Brückstraße 1 | 26725 Emden
Tel.: +49 (0)4921 - 87 20 58

Öffnungszeiten:
Di - So: 10:00-17:00 Uhr
Mo geschlossen sowie an Karfreitag, 24.12., 25.12. + 31.12. + 1.1.
Ostermontag, Pfingstmontag und am 26.12. geöffnet

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MELANIE SCHULTE
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12. Februar
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MELANIE SCHULTE - Schiff, Unglück, Mythos

„Wir werden diesen Tag nie vergessen“

Ausgewählte Aspekte von Zerstörung – Wiederaufbau – Entwicklung der Stadt Emden in sechs Jahrzehnten

15. August – 08. September 2004 Pelzerhaus 11+12

Ausgehend von den Zerstörungen im 2. Weltkrieg wird die städtebauliche Entwicklung in den sechs seitdem vergangenen Dekaden dokumentiert. Fotografische Zeugnisse und Pläne des Stadtplanungsamtes, des Stadtarchivs und des Ostfriesischen Landesmuseums Emden zeigen, wie Emden aus einer Trümmerlandschaft in den Jahren 1944/45 langsam aber stetig neu entstand. Es war den Stadtplanern um Peter Diederichs in der „Stunde Null“ wichtig, die Stadt nicht wieder in ihrem über Jahrhunderte gewachsenen Gestaltungsbild herzustellen, sondern eine moderne Stadt, die den Anforderungen einer neuen Zeit Stand halten konnte, zu errichten.
„Romantik und Gefühlsduselei sind verflogen. Statt dessen bestimmen Wahrheit und Echtheit die Gestalt. Nur kein Zierrat! Verblendung ist Blendwerk, also Lüge. Das Gerippe des Bauwerks soll ungeschminkt sichtbar, trotzdem schön sein. Sichtbeton wird Trumpf. Wie für den Entwurf einer Fabrik, eines Kinos, einer Ausstellungshalle infolge der Zweckgebundenheit gar keine andere Lösung als die moderne Form denkbar ist, so stellt heute selbst das kleine oder mittelgroße Geschäftshaus immer zwingender die ins Auge fallende, verblüffende Werbung in den Vordergrund als das Gestaltungsmittel, dem das ganze Bauwerk sich zu fügen hat.“ So lautete Peter Diederichs Zukunftsversion, die er 1954 in dem Artikel „Wiederaufbau: Am Rand oder im Kern der Stadt?“ (Gemeinschaft und Politik. Zeitschrift für soziale und politische Gestalt, 2. Jg., Nr. 4, S. 11 – 27) veröffentlichte.
Neben Luftbildaufnahmen aus sechzig Jahren, die einen Gesamtüberblick über den Stadtkern innerhalb des Walls bieten, werden einzelne prägnante Gebäude eingehender beleuchtet, so z. B. das Rathaus am Delft, dessen Westfassade bis Ende der 1950er Jahre am Ende der Brückstraße stand, ehe es neu erbaut wurde, oder die Große Kirche, die fast 50 Jahre als Ruine das Stadtbild Emdens in der Altstadt prägte, bevor sie die Johannes a Lasco Bibliothek aufnahm. Ebenso zeigt die Ausstellung, dass nach Abschluss der notwendigen Errichtung von Wohnraum ab 1970 das Hauptaugenmerk der Stadtplaner auf der Schaffung von Ruhezonen und Freizeitangeboten lag. So wurden 1970 das Neue Theater der Öffentlichkeit übergeben, zwei Jahre später die Nordseehalle fertig gestellt und ab 1975 in der Emder Innenstadt Fußgängerzonen eingerichtet.
Dass der 6. September nicht nur ein Tag des rückwärts gewandten Gedenkens an die Zerstörung einer frühneuzeitlichen Altstadt ist, sondern auch ein Tag, der zukunftsweisend ist, beweisen die Einweihung des Rathausneubaus am 18. Jahrestag der Zerstörung 1962 sowie die Eröffnung des Pelzerhauses12 und die gleichzeitige Grundsteinlegung für die Kunsthalle im Jahre 1984.