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Emden ist erste Reformationsstadt Europas

Ostfriesisches Landesmuseum Emden
Brückstraße 1 | 26725 Emden
Tel.: +49 (0)4921 - 87 20 50

Öffnungszeiten:
Di - So: 10:00-17:00 Uhr
Mo geschlossen sowie an Karfreitag, 24.12., 25.12. + 31.12. + 1.1.
Ostermontag, Pfingstmontag und am 26.12. geöffnet

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Helma Sanders-Brahms - ihre Filme, ihr Leben

Im Bann der Nordsee.

Der See- und Landschaftsmaler Poppe Folkerts (1875-1949) – Retrospektive

Pressemitteilung

Pressemitteilung zur Sonderausstellung

Im Bann der Nordsee.
Der See- und Landschaftsmaler Poppe Folkerts (1875-1949) – Retrospektive

Laufzeit: 06.12.2009 – 05.04.2010

Ort: Ostfriesisches Landesmuseum Emden, Rathaus am Delft,
Brückstraße 1, 26725 Emden
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag: 10.00 – 18.00 Uhr

Eröffnung: Sonntag, 06. Dezember 2009, 11.30 Uhr, in der
Neuen Kirche Emden, Brückstr. 110, 26725 Emden

Begrüßung: Hans-Dieter Haase, Mdl, Vorsitzender des Direktoriums
des Ostfriesischen Landesmuseums Emden

Grußworte: Helmut Collmann, Präsident der Ostfriesischen Landschaft und
Schirmherr der Ausstellung Andrea Risius, Bürgermeisterin der Stadt Emden

Einführung: Dr. Annette Kanzenbach, wiss. Mitarbeiterin des Ostfriesischen
Landesmuseums

Musikalische Begleitung : Iwan König am Flügel

Ansprechpartner
Dr. Annette Kanzenbach, wiss. Mitarbeiterin
Tel.: 04921 – 87 20 58
Fax: 04921 – 87 20 63
Mail: landesmuseum@emden.de
www.landesmuseum-emden.de
 

Als Poppe Folkerts vor 60 Jahren, am 31. Dezember 1949 auf Norderney starb, bedeutete das, Abschied von einem in der Kunstlandschaft des Nordwestens fest etablierten Maler zu nehmen. So gaben seinem zur Bestattung auf See bestimmten Sarg am 4. Januar 1950 mehr als 1000 Menschen auf dem Weg zum Hafen ein feierliches Trauergeleit.

Nach mehr als 50 Jahren intensiven künstlerischen Schaffens hinterließ der Künstler ein umfangreiches künstlerisches Oeuvre. Das waren zum einen Arbeiten, die sich noch in seinem Atelier befanden und heute von der Poppe-Folkerts-Stiftung auf Norderney verwahrt werden, und zum anderen die vielen Gemälde und Druckgrafiken, die Privatsammler wie öffentliche Institutionen erworben hatten. Wer an Seestücken oder Ansichten Ostfrieslands von der Ems oder der Leda aus interessiert war, besaß damals – und besitzt heute - „einen Poppe Folkerts“, - wenn nicht als Gemälde, so doch als Kaltnadelradierung oder Lithografie.

Nach seinem Tod geriet Poppe Folkerts weder in Ostfriesland noch bei den Liebhabern maritimer Bilder in Vergessenheit, doch war er nur noch selten in öffentlichen Ausstellungen zu sehen. Die große Werkschau, die der Norderneyer Seglerverein in Zusammenarbeit mit der Familie des Künstlers vor etwa 10 Jahren veranstaltete, war eine erste Initiative das Werk des Malers wieder einer größeren Öffentlichkeit vor Augen zu rücken. An seinem 60sten Todestag nun, widmet ihm nun das Ostfriesische Landesmuseum Emden eine umfassende Präsentation, die es ermöglicht, sein künstlerisches Schaffen in allen seinen Facetten kennen zu lernen. Mit einer Auswahl von mehr als 80 Gemälden, dazu Gouachen, Zeichnungen und Druckgrafiken, mit Arbeiten aus seinem Nachlass und vielen Leihgaben aus privatem und öffentlichen Besitz, gelang es, Zeugnisse aus allen Schaffensphasen und von allen Sujets zusammenzutragen, - von Werken aus seinen Studienjahren in Berlin und Paris bis hin zu eindrucksvollen stillen und lichten Bildern aus seinen letzten Lebensjahren.

Als Poppe Folkerts 1910, nach Norderney zurückkehrte, wo er 1875 geboren worden war, stellte er die Schilderung der See- und Küstenlandschaft zwischen Zuiderzee und Jadebusen ins Zentrum seines Schaffens. Dennoch war er nie ein „Heimatmaler“. Mit dem heute in der Kunst immer noch abwertend gebrauchten Begriff umschreibt man ein nicht über das regionale Niveau hinausragendes künstlerisches Bemühen. Poppe Folkerts aber war, als er 1910 in seine Heimat zurückkehrte, ein ausgezeichnet ausgebildeter und erfahrener Maler, der an den Kunstakademien in Berlin-Charlottenburg, Königsberg und Düsseldorf studiert hatte. Er war auf Segelschulschiffen der kaiserlichen Marine in der Welt unterwegs gewesen und hatte nach vielen Lehr- und Wanderjahren die Ostsee bis Petersburg ebenso wie das Mittelmeer mit seinen Küsten, Inseln und Städten kennengelernt. Alle seine Reisen hatte er so intensiv wie möglich für Malstudien genutzt. 1909/10 war er schließlich nach Paris gewandert, um die Werke der französischen Impressionisten und ihrer Vorläufer aus erster Hand zu studieren. Deren Ziele waren es dann auch, für die er sich in seinem weiteren Schaffen entschied.

So hielt er Ostfriesland und die Nachbarregionen in vielen, eindrucksvollen Bildern fest, in denen es nicht um eine kleinteilige, gegenständliche Wiedergabe der Welt ging. Poppe Folkerts war es wichtig, die Stimmung, die Atmosphäre eines Ortes, der seine Aufmerksamkeit als Maler erregt hatte, einzufangen. Eine Morgen- oder Abendstimmung, einen sonnigen oder grauen Tag, an dem alles in ein bestimmtes Licht getaucht ist und eigentümliche Formverbindungen eingeht, suchte er mit Farbe auf die Leinwand zu bannen. Viele seiner Motive fand er auf den Segeltörns, die ihn durch Ostfriesland, die Niederlande und Belgien führten oder entlang der Küste oder den ostfriesischen Inseln nach Helgoland, Wilhelmshaven, ja selbst nach Kiel. In den reifen Jahren reiste er noch einmal nach Italien und mehrfach nach Mittel- und Süddeutschland. Er malte wenn möglich in der Natur, etwa vom Boot aus, das ihm Unterkunft und Atelier zugleich war. Die Perspektive vom Wasser aus bestimmt denn auch die meisten seiner Werke.

Aus der für den Impressionismus typischen, skizzenhaften Malweise entwickelte Poppe Folkerts seine ganz eigene persönliche Handschrift. Unverwechselbar und unübertroffen, und vielleicht am besten bekannt, ist er mit seinen Seestücken. Er malte den Einsatz der Rettungsboote, die Ausfahrt der Fischer und immer wieder – nicht zuletzt, weil besonders gefragt – die Überfahrt nach Norderney auf dem Wattenmeer mit kleinen Schaluppen oder den modernen Dampfern der Reederei Frisia. Er schuf aber auch ganz zeit- und ortlose Bilder. So sieht man das weite ‚leere’ Meer unter hohen Wolkenbergen liegen und nur ein Spiel aus Licht und Schatten belebt die Wellenlandschaft. Sein Thema konnten die Morgenstimmung auf dem Meer ebenso wie Segelboote im Sturm sein. Als erfahrener Segler sah der Künstler die Unterschiede der Bewegungen des Wassers in Abhängigkeit von Tiefe oder Strömung, er kannte die unterschiedlichen Färbungen im Wechsel des Lichtes und die unterschiedliche Art der Wellen, die ein Schiff bei seiner Fahrt hinterlässt.

Um auch seine großformatigen Kompositionen in unmittelbarer Nähe zur Natur malen und unabhängig vom Wetter arbeiten zu können, entwarf sich Poppe Folkerts das für seine Ziele ideale Ateliergebäude. Am Südwesthörn von Norderney, am Rande der Dünen, errichtete er sich den „Malerturm“, der ab 1913 seine Adresse war. Im oberen Geschoß des dreigeschossigen, heute nur noch im Erdgeschoß erhaltenen Turms befand sich der mit einem großen Nordfenster versehene Arbeitsraum, der ihm den Blick über das Wattenmeer ebenso wie über die offene See erlaubte.

Die Emder Ausstellung lässt Poppe Folkerts als einen herausragenden See- und Landschaftsmaler des deutschen Impressionismus entdecken. Mit seinen Bildern kann er sich neben den großen deutschen Impressionisten behaupten, deren berühmtester mit Max Liebermann benannt ist. Auch in den Niederlanden hat man ihn entdeckt. Im Noordelijk Scheepvaartmuseum in Groningen wird die Ausstellung in zweiter Station gezeigt.

Die Ausstellung ist im Ostfriesischen Landesmuseum Emden vom 6. Dezember 2009 bis 5. April 2010, Dienstag bis Sonntag, 10 – 18 Uhr, zu sehen. Im Verlag Isensee, Oldenburg, erschien eine reich bebilderte Begleitpublikation mit Beiträgen von Karl Arndt, Michael Fleischer, Annette Kanzenbach und Monika Potztal (182 Seiten, ca. 130 Abb., davon 85 ganzseitige Farbtafeln). Sie ist zum Preis von 19,80 € im Museum zu erwerben.

Die Ausstellung ermöglichte die finanzielle Unterstützung von: AG Reederei Norden-Frisia, Stadtsparkasse Emden, Stadtwerke Emden, Regionale Kulturförderung der Ostfriesischen Landschaft, Stadt Emden, Privatpersonen, die ungenannt bleiben möchten.

Bildmaterial steht Ihnen als Download auf unserer Homepage zur Verfügung: