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Emden ist erste Reformationsstadt Europas

Ostfriesisches Landesmuseum Emden
RATHAUS AM DELFT
Brückstraße 1 | 26725 Emden
Tel.: +49 (0)4921 - 87 20 58

Öffnungszeiten:
Di - So 10-17 Uhr

UNSERE NÄCHSTEN VERANSTALTUNGEN

ab 20. August wieder Freitags 16:00-17:30 Uhr
KIDS IN!
MITMACH-AKTIONEN FÜR KINDER AB 6 JAHREN

20.10.2021 von 14 bis 16 Uhr: fällt aus internen Gründen leider aus; neuer Termin wird bekannt gegeben 26.10.2021 von 14 bis 16 Uhr
Kunst-Workshops
Sonderausstellung „Meer Phantasie, bitte!“

23.10.2021
Auf den Spuren der letzten ostfriesischen Juden
Eine Ausstellung zum 80. Jahrestag der Deportation von 122 jüdischen Bürgerinnen und Bürgern aus Emden, Norden und Aurich

Installationen von Kunstwerken im Öffentlichen Raum

im Rahmen der Sonderausstellung 'Komplizenschaft. Die Sammeltätigkeit von „Kunst“ und Stadt Emden während der NS-Zeit im Fokus der Provenienzforschung'

6. + 13. Juli

An insgesamt sieben Standorten im Emder Innenstadtbereich werden Schreibtische, Stühle und Tische mit irritierenden, auf den ersten Blick provokanten Aufschriften installiert. Die Installation wird durch den Bau- und Entsorgungsbetrieb vorgenommen und jeweils von einer Person / einem Team eröffnet. Auch der Oberbürgermeister der Stadt Emden, Tim Kruithoff, wird eine Eröffnung dieser „Stolpersteine besonderer Art“ vornehmen.

Termine:
Dienstag, 6. Juli 2021
11.00 Uhr, Stadtgarten
Eröffnung durch Kerstin Rogge-Mönchmeyer, kommissarische Leiterin des Ostfriesischen Landesmuseums Emden, begleitet von Schüler*innen der Geschichtsklasse 11 b des Johannes Althusius Gymnasiums Emden
11.45 Uhr, Brückstraße
Eröffnung durch das Planungsteam des Ostfriesischen Landesmuseums Emden
12.15 Uhr Frickensteinplatz
Eröffnung durch Dr. Rolf Uphoff, Vorstandsvorsitzender der Max-Windmüller Gesellschaft und Leiter des Emder Stadtarchivs

Dienstag, 13. Juli 2021
15.00 Uhr Anleger am Ratsdelft
Eröffnung durch Oberbürgermeister Tim Kruithoff, begleitet von Schüler*innen eines Projektkurses des Johannes Althusius Gymnasiums Emden
14.30 Uhr Schreyers Hoek
Eröffnung durch Gregor Strelow, Direktoriumsvorsitzender
14.00 Uhr Hauptbahnhof
Eröffnung durch das Planungsteam des Landesmuseums
13.30 Uhr Am Wall / Auricher Straße
Eröffnung durch das Planungsteam des Landesmuseums

Hintergrund
Die Kunstaktion ist ein Teil des museumspädagogischen Begleitprogramms der Sonderausstellung Komplizenschaft. Die Sammeltätigkeit von „Kunst“ und Stadt Emden während der NS-Zeit im Fokus der Provenienzforschung.
Sie wurde maßgeblich von der Museumspädagogin Evelina Peuser-Broeker geplant und gemeinsam mit dem Provenienzforscher und Kurator Georg Kö sowie dem wissenschaftlichen Volontär und Mit-Kurator Tobias Rentsch
realisiert.
Die mit Bezeichnungen wie „Judenmöbel“ oder „Hollandgut“ besprühten Möbel sollen an die über 8.000 Waggonladungen geraubten Kulturguts erinnern, die ab 1942 als so genanntes „Hollandgut“ auch nach Emden gebracht wurden. Auf unterschiedlichsten Wegen fanden diese gestohlenen Möbel ihren Weg in museale Sammlungen, vor allem aber in private Haushalte. Nach der Befreiung kam es vielfach zu „alternativen“ Erzählungen, woher diese Möbel stammen würden. So war es oft der Großvater, der vielleicht einen Schreibtisch am Wegesrand gefunden hatte, die Vermieterin, die die hübsche historistische Kommode nicht mehr gebrauchen konnte und daher dem Mieter überließ - oder ein antiker Schrank stand einfach herrenlos auf dem Dachboden. Solche und viele andere Geschichten werden bis heute in die dritte Nachkriegsgeneration überliefert. Der tatsächliche Hintergrund der Objekte ist aber ein ganz anderer, und die Geschichte der wahren Eigentümerinnen und Eigentümer, die aus ihren Wohnungen vertrieben, deportiert und ermordet wurden, bleibt vermutlich für immer unbekannt. Auf den Möbelstücken befindet sich ein Hinweis auf die Ausstellung „Komplizenschaft“, die zu den Fragen und der Irritation, die diese Kunstobjekte auslösen werden, die Erklärung liefert und über den Hintergrund der systematischen Beraubung der jüdischen Bevölkerung im NS-Terror aufklärt.
Die Verbindung aus tiefgründiger und erklärender Ausstellungsgestaltung mit einem seit Marcel Duchamp als Readymade bekanntem provokanten Kunstformat ist eine experimentelle Situation, die die Auseinandersetzung um ein wichtiges Thema der Zeitgeschichte aus dem Museum in den realen Raum der Stadt bringen will, um die Menschen, die so damit konfrontiert werden, auch wieder mit ihren Fragen in das Museum zurückzuführen.